Glossar
Monitor-Begriffe von A bis Z
Von IPS bis VRR: die wichtigsten Begriffe rund um Monitore und Display-Technik, kurz und verständlich erklärt.
- Adaptive Sync Leistung
Adaptive Sync ist der offene VESA-Standard für variable Bildwiederholraten über DisplayPort und HDMI. Der Monitor passt seine Aktualisierung dynamisch an die Framerate der Grafikkarte an und vermeidet so Tearing und Ruckler ohne feste Synchronisation.
- Backlight Panel
Das Backlight ist die Hintergrundbeleuchtung eines LCD-Panels, da Flüssigkristalle selbst kein Licht erzeugen. Moderne Monitore nutzen LED-Backlights, wobei Anordnung (Edge-LED oder Full-Array) und Local Dimming über Kontrast und Helligkeit entscheiden. OLED-Displays benötigen kein Backlight, weil jeder Pixel selbst leuchtet.
- Backlight-Bleed Bild
Backlight-Bleed bezeichnet ungleichmäßig austretendes Hintergrundlicht an den Rändern oder Ecken eines LCD-Panels, das auf dunklen Bildinhalten als heller Schimmer sichtbar wird. Es entsteht durch Fertigungstoleranzen und ist besonders bei VA- und IPS-Panels auf schwarzem Vollbild erkennbar. OLED-Panels zeigen diesen Effekt nicht.
- Banding Bild
Banding sind sichtbare Stufen in eigentlich weichen Farb- oder Helligkeitsverläufen, etwa am Himmel oder in Schattenbereichen. Ursache ist eine zu geringe Farbtiefe oder eine schlechte interne Verarbeitung des Panels. Echte 10 Bit reduzieren Banding deutlich gegenüber 8 Bit.
- Bildwiederholrate Leistung
Die Bildwiederholrate in Hertz (Hz) gibt an, wie oft ein Monitor sein Bild pro Sekunde aktualisiert. 60 Hz ist der Standard, während Gaming-Monitore 120 Hz, 144 Hz, 240 Hz oder mehr bieten und dadurch flüssigere Bewegungen und geringere Bewegungsunschärfe ermöglichen. Die nutzbare Rate ist durch Anschluss und Grafikkarte begrenzt.
- Bit-Tiefe Bild
Die Bit-Tiefe (Farbtiefe) bestimmt, wie viele Abstufungen pro Farbkanal ein Panel darstellt. 8 Bit ergeben rund 16,7 Millionen Farben, 10 Bit über eine Milliarde, was Verläufe glatter und HDR-Inhalte präziser macht. Viele günstige Panels erreichen 10 Bit nur per Dithering (8 Bit + FRC) statt nativ.
- Black Smearing Panel
Black Smearing ist ein dunkler Schmiereffekt, der bei VA-Panels auftritt, wenn Pixel von Schwarz oder sehr dunklen Werten auf hellere Töne wechseln. Die langsamen Übergänge in diesem Bereich erzeugen einen verschmierten Nachzieheffekt, der besonders in dunklen Spielszenen stört. IPS- und OLED-Panels zeigen ihn kaum.
- Blickwinkel Panel
Der Blickwinkel beschreibt, wie stabil Farben und Helligkeit bleiben, wenn man seitlich oder von oben auf das Panel schaut. IPS- und OLED-Panels bieten sehr weite, stabile Blickwinkel (typisch 178 Grad), während TN-Panels schon bei kleinen Abweichungen Farb- und Kontrastverschiebungen zeigen. VA liegt dazwischen.
- Burn-in Panel
Burn-in ist das dauerhafte Einbrennen statischer Bildinhalte, das bei OLED-Panels durch ungleichmäßige Alterung der selbstleuchtenden Pixel entsteht. Dauerhaft sichtbare Elemente wie Taskleisten, Logos oder HUDs können als Schatten zurückbleiben. Pixel-Shift, Logo-Dimming und Refresh-Routinen sollen dem vorbeugen.
- Chroma Subsampling Messung
Chroma Subsampling reduziert die Farbinformation eines Signals, um Bandbreite zu sparen, und wird als Verhältnis wie 4:4:4, 4:2:2 oder 4:2:0 angegeben. 4:4:4 überträgt die volle Farbauflösung und ist für scharfen Text am Desktop nötig, während 4:2:0 vor allem bei begrenzter HDMI-Bandbreite und hohen Auflösungen zum Einsatz kommt. Reduziertes Subsampling lässt feine farbige Kanten unscharf wirken.
- Delta E Messung
Delta E (ΔE) misst die Abweichung zwischen einer Soll- und einer dargestellten Farbe und beschreibt damit die Farbgenauigkeit eines Monitors. Ein Wert unter 2 gilt für das menschliche Auge als praktisch nicht unterscheidbar und ist für Farbarbeit anzustreben. Werte unter 1 kennzeichnen hochwertig kalibrierte Profi-Displays.
- DisplayHDR Bild
DisplayHDR ist das Zertifizierungsprogramm der VESA für HDR-Fähigkeit von Displays. Die LCD-Stufen DisplayHDR 400, 600, 1000 und 1400 verlangen Spitzenhelligkeiten von 400, 600, 1000 beziehungsweise 1400 cd/m². Für emissive Panels gibt es die Stufen True Black 400, 500 und 600 mit extrem niedrigem Schwarzwert von bis zu 0,0005 cd/m².
- DisplayPort Anschluss
DisplayPort ist die von der VESA entwickelte digitale Schnittstelle und am PC der bevorzugte Anschluss für hohe Auflösungen und Bildwiederholraten. DisplayPort 1.4 unterstützt 4K bei 120 Hz mit DSC, DisplayPort 2.1 deutlich höhere Bandbreiten für 4K über 240 Hz oder 8K. Variable Bildwiederholraten und Daisy-Chaining via MST gehören zum Funktionsumfang.
- Farbraum Bild
Der Farbraum definiert den Bereich darstellbarer Farben. sRGB ist der Standard für Web und Office, DCI-P3 ist ein deutlich größerer Farbraum für HDR- und Filmmaterial und deckt etwa 25 Prozent mehr Fläche als sRGB ab. Monitore werden mit ihrer prozentualen Abdeckung beworben, wobei 95 Prozent DCI-P3 oder mehr als professionell gelten.
- Farbtemperatur Bild
Die Farbtemperatur in Kelvin beschreibt, ob ein Weiß eher warm-gelblich oder kühl-bläulich erscheint. Der Standardwert für die Bildbearbeitung ist 6500 K (D65), höhere Werte wirken kühler, niedrigere wärmer. Eine korrekte Farbtemperatur ist Voraussetzung für neutrale Farbwiedergabe.
- FreeSync Leistung
FreeSync ist AMDs lizenzfreie Technik für variable Bildwiederholraten, die auf dem VESA-Adaptive-Sync-Standard aufbaut. Sie synchronisiert die Monitor-Aktualisierung mit der Framerate der Grafikkarte und verhindert so Tearing und Ruckeln ohne zusätzliche Hardware. Die Stufen FreeSync Premium und Premium Pro ergänzen Low Framerate Compensation und HDR-Anforderungen.
- G-Sync Leistung
G-Sync ist NVIDIAs Technik für variable Bildwiederholraten zur Vermeidung von Tearing und Ruckeln. Klassisches G-Sync nutzt ein dediziertes Hardware-Modul im Monitor, während G-Sync Compatible zertifizierte Adaptive-Sync-Displays ohne Modul ansteuert. Echte G-Sync-Module bieten oft erweiterte VRR-Bereiche und variables Overdrive.
- Gamma Bild
Gamma beschreibt die Tonwertkurve, also wie Eingangssignale in Helligkeitsstufen zwischen Schwarz und Weiß umgesetzt werden. Der Standardwert für die meisten Displays ist 2,2, ein zu niedriger Wert lässt das Bild flau wirken, ein zu hoher absaufende Schatten erzeugen. Eine korrekte Gammakurve ist entscheidend für glaubwürdige Durchzeichnung in Mitten und Schatten.
- Ghosting Bild
Ghosting ist ein heller Nachzieheffekt hinter bewegten Objekten, der durch zu langsame Pixelübergänge entsteht. Es tritt vor allem bei schnellen Bewegungen auf und lässt Konturen verschmieren. Ein gut abgestimmtes Overdrive verringert Ghosting, übertriebenes Overdrive führt dagegen zu invertiertem Überschwingen.
- HDMI Anschluss
HDMI ist die verbreitetste digitale AV-Schnittstelle und überträgt Bild und Ton über ein Kabel. HDMI 2.0 schafft 4K bei 60 Hz, HDMI 2.1 erreicht 4K bei 120 Hz sowie VRR und Auto Low Latency Mode und ist damit der Standard für aktuelle Konsolen. Auflösung und Bildwiederholrate hängen von der unterstützten HDMI-Version beider Geräte ab.
- HDR Bild
HDR (High Dynamic Range) erweitert den darstellbaren Helligkeits- und Kontrastumfang gegenüber dem klassischen SDR. Heller Spitzenlichter, tiefere Schwarzwerte und ein größerer Farbraum ergeben ein realistischeres Bild. Gängige Formate sind HDR10, HDR10+ und Dolby Vision, wobei echtes HDR hohe Spitzenhelligkeit und Local Dimming oder ein OLED-Panel voraussetzt.
- Helligkeit Bild
Die Helligkeit wird in cd/m² (Candela pro Quadratmeter, umgangssprachlich Nits) gemessen und gibt die Leuchtdichte des Panels an. Für SDR am Schreibtisch genügen rund 250 bis 350 cd/m², HDR-Inhalte profitieren von Spitzenwerten ab 600 cd/m² aufwärts. Höhere Werte sind auch in hellen Räumen mit Reflexionen vorteilhaft.
- Input-Lag Leistung
Input-Lag ist die Verzögerung zwischen dem Eintreffen des Signals und der tatsächlichen Darstellung auf dem Monitor, gemessen in Millisekunden. Er entsteht durch interne Signalverarbeitung und ist nicht mit der Reaktionszeit der Pixel zu verwechseln. Ein niedriger Input-Lag ist für kompetitives Gaming entscheidend, ein Game-Modus deaktiviert dafür rechenintensive Bildverbesserungen.
- IPS Panel
IPS (In-Plane Switching) ist ein LCD-Paneltyp mit sehr guter Farbwiedergabe und weiten, stabilen Blickwinkeln. Er ist die erste Wahl für Farbarbeit und allgemeine Nutzung, bietet aber meist einen geringeren nativen Kontrast als VA. Typische Nachteile sind IPS-Glow und begrenzte Schwarzdarstellung.
- IPS-Glow Panel
IPS-Glow ist ein blickwinkelabhängiges Aufleuchten in den Ecken von IPS-Panels, das auf dunklen Bildinhalten als heller Schein sichtbar wird. Anders als Backlight-Bleed verändert es sich mit Blickwinkel und Abstand und ist eine prinzipbedingte Eigenschaft der Technik. Es fällt vor allem in dunkler Umgebung auf schwarzem Bild auf.
- Kontrastverhältnis Bild
Das Kontrastverhältnis beschreibt das Verhältnis zwischen hellstem Weiß und dunkelstem Schwarz. IPS-Panels liegen typisch bei rund 1000:1, VA-Panels erreichen 3000:1 oder mehr, OLED-Panels gelten dank praktisch perfektem Schwarz als nahezu unendlich. Hoher Kontrast sorgt für plastische, tiefe Bilder, besonders in dunklen Szenen.
- Local Dimming Panel
Local Dimming dimmt einzelne Zonen des LED-Backlights getrennt, um in dunklen Bildbereichen den Schwarzwert zu senken und in hellen die Spitzenhelligkeit zu halten. Full-Array Local Dimming (FALD) mit vielen Zonen oder Mini-LED erzielt deutlich besseren HDR-Kontrast als Edge-Dimming. Zu wenige Zonen führen zum sichtbaren Halo-Effekt um helle Objekte.
- Mini-LED Panel
Mini-LED bezeichnet ein LCD-Backlight aus tausenden sehr kleinen LEDs, die in vielen Local-Dimming-Zonen organisiert sind. Das ermöglicht hohe Spitzenhelligkeit bei tiefem Schwarzwert und damit überzeugendes HDR, ohne die Burn-in-Anfälligkeit von OLED. Mehr Zonen verringern den Halo-Effekt an hellen Kanten.
- MPRT Leistung
MPRT (Moving Picture Response Time) misst, wie lange ein Bild auf der Netzhaut sichtbar bleibt, und beschreibt damit die wahrgenommene Bewegungsunschärfe. Anders als GtG bezieht sie sich nicht auf die reine Pixelumschaltung, sondern lässt sich durch Backlight-Strobing oder Black Frame Insertion verbessern. Sehr niedrige MPRT-Werte wie 1 ms werden meist nur mit aktiviertem Strobing erreicht.
- OLED Panel
OLED (Organic Light Emitting Diode) ist eine Technik mit selbstleuchtenden Pixeln, die einzeln komplett abschalten können. Das ergibt perfektes Schwarz, praktisch unendlichen Kontrast, extrem schnelle Reaktionszeiten und weite Blickwinkel ohne Backlight. Nachteile sind die Burn-in-Anfälligkeit und eine begrenzte Vollbild-Helligkeit.
- Overdrive Leistung
Overdrive ist eine Schaltung, die Pixel mit erhöhter Spannung schneller in den Zielzustand zwingt, um die Reaktionszeit zu verkürzen und Ghosting zu reduzieren. Eine zu aggressive Einstellung erzeugt jedoch invertiertes Überschwingen mit hellen Schatten (Overshoot, Coronas). Die optimale Stufe hängt von Panel und Bildwiederholrate ab.
- Pixeldichte Bild
Die Pixeldichte in PPI (Pixel pro Zoll) ergibt sich aus Auflösung und Bildschirmdiagonale und bestimmt die Schärfe der Darstellung. Höhere PPI-Werte liefern feinere Kanten und schärferen Text, erfordern aber oft Skalierung des Betriebssystems. Ein 27-Zoll-Monitor mit 4K erreicht rund 163 PPI, ein 27-Zoll-Modell mit 1440p etwa 109 PPI.
- Pixelfehler-Klasse Messung
Die Pixelfehler-Klasse nach ISO 9241-307 (Nachfolger der ISO 13406-2) legt fest, wie viele defekte Pixel ein Display je Million zulässig hat. Klasse 0 erlaubt keinerlei Fehler, Klasse II erlaubt etwa zwei ständig leuchtende oder schwarze Pixel beziehungsweise fünf defekte Subpixel je Million. Die meisten Consumer-Monitore werden nach Klasse II ausgeliefert.
- QD-OLED Panel
QD-OLED kombiniert eine blaue OLED-Lichtquelle mit einer Quantum-Dot-Schicht, die das Licht in reines Rot und Grün umwandelt. Das ergibt im Vergleich zu klassischem WOLED einen größeren Farbraum und höhere Farbhelligkeit bei den OLED-typischen Vorteilen wie perfektem Schwarz. Wie alle OLED-Panels bleibt eine gewisse Burn-in-Anfälligkeit bestehen.
- Reaktionszeit Leistung
Die Reaktionszeit gibt an, wie schnell ein Pixel seine Farbe wechselt, üblicherweise als GtG (Gray-to-Gray) in Millisekunden angegeben. Sie bestimmt, wie sauber bewegte Kanten dargestellt werden und wie stark Ghosting auftritt. GtG misst die reine Pixelumschaltung und ist nicht mit der wahrgenommenen Bewegungsunschärfe (MPRT) gleichzusetzen.
- TN Panel
TN (Twisted Nematic) ist der älteste und günstigste LCD-Paneltyp mit sehr schnellen Reaktionszeiten und hohen erreichbaren Bildwiederholraten. Nachteile sind schwache Farbwiedergabe und enge Blickwinkel mit deutlichen Farbverschiebungen bei seitlicher Betrachtung. TN wird zunehmend von schnellen IPS- und OLED-Panels verdrängt.
- USB-C / DP-Alt-Mode Anschluss
USB-C mit DisplayPort Alt Mode überträgt ein DisplayPort-Bildsignal über den USB-C-Anschluss. So lassen sich Bild, Daten und Stromversorgung (Power Delivery) über ein einziges Kabel führen, was vor allem bei Notebooks für Single-Cable-Docking sorgt. Auflösung und Bildwiederholrate richten sich nach der zugrunde liegenden DisplayPort-Version.
- VA Panel
VA (Vertical Alignment) ist ein LCD-Paneltyp mit hohem nativem Kontrast und tiefen Schwarzwerten, typisch 3000:1 oder mehr. Blickwinkel und Reaktionszeiten sind besser als bei TN, aber schwächer als bei IPS, vor allem zeigt VA bei dunklen Übergängen Black Smearing. Es ist ein guter Kompromiss für kontrastreiche Inhalte und Filme.
- VRR Leistung
VRR (Variable Refresh Rate) ist der Oberbegriff für variable Bildwiederholraten, bei denen der Monitor seine Aktualisierung an die schwankende Framerate der Quelle anpasst. Das beseitigt Tearing und reduziert Ruckler innerhalb eines unterstützten Frequenzbereichs. Umgesetzt wird VRR über FreeSync, G-Sync, HDMI VRR oder VESA Adaptive Sync.